fick dich feuerpferd

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Ich bin 30. Seit Februar begleitet mich diese Zahl, wie ein Schatten. Seit meinem Geburtstag ist viel passiert. Meine Beziehung ist in die Brüche gegangen, meine Mitbewohnerin ist ausgezogen, mein Job hat sich buchstäblich in Luft aufgelöst. Was bleibt ist die 30. DREIßIG. Während ich an dem Tag der Verwandlung noch dachte, dass sich mein Leben gut anfühlt, ich die 30 rocken werde und sowohl mein (Ex)-Freund als auch mein Job noch Teil meines Lebens waren, sieht es ein paar Monate später schon ganz anders aus.

Als girl boss crash out gehen ohne je eins gewesen zu sein, dass hab ich irgendwie geschafft. Das typische Karriereleben hatte ich nicht und auch nicht nicht das Leben, wie man sich das früher vorgestellt hat mit 30, ich glaube das tut kaum jemand aus unserer Generation oder nur meiner Socialbubble? Vergangene Woche wurde ich auf einem Termin gefragt, ob ich den Artikel für die Schülerzeitung schreiben würde. Ich seh halt jung aus good for me oder eben scheiße, weil weiblich und jung ist doch nochmal nerviger in diesem Business.

Ich schreibe, bin Journalistin, auch wenn ich mich immer noch schwer damit tue mir so eine vollständig erwachsene Jobzuschreibung zu geben. Außerdem habe ich erst Anfang 2025 in einer Redaktion angefangen zu arbeiten, also noch in den Kinderfüßen meiner Girlboss-Karriere. Aber als ich dachte, jetzt geht es richtig los, wurde die Lokalredaktion für die ich hauptsächlich gearbeitet habe geschlossen. So wie immer mehr journalistische Programme und Redaktionen verschlankt oder aufgelöst werden. Zum Beispiel Cosmo, ein Radiosender des WDR – meiner Meinung nach die dümmste Entscheidung, die ein öffentlich-rechtlicher Sender treffen konnte. auch weil er dem Faschismus Auftrieb gibt. Der Sender war so wahnsinnig wichtig für die migrantische community und auch alle anderen die einfach auf einen unabhängigen und machkritischen Journalismus standen. Cosmo war aber nicht die Redaktion die aufgelöst wurde in der ich gearbeitet habe

Die Branche kränkelt und ich habe mich entschieden meine Zukunft und meine finanzielle Abhängigkeit an diese wie von Metastasen durchzogene Berufswelt zu ketten, der man gefühlt nur noch ein paar Jahre gibt, bevor sie abgeschaltet wird und ihre restlichen Organe an Social Media Redaktionen gespendet werden. Die Prognose ist vielleicht etwas überspitzt und auch zu dark, um Wirklichkeit zu werden, aber es fühlt sich so an und es macht mir Angst.

Angst. Ich sitze seit einer Stunde auf meinem riesigen Sofa, dass ich in Berufseuphorie für 600 Euro bei Kleinanzeigen gekauft habe, als ich noch dachte alles ist rosig, und starre auf das Bücherregal mir gegenüber. Eigentlich wäre ich jetzt auf einer Geburtstagsparty, doch es gewittert und ich bin nicht in Sektchenstimmung. Es gewittert auch in meinen Gedanken – seit Wochen. Während sich die Mitbewohni Situation nur verbessert hat – Shout Outs Leni – ist der Rest kacke geblieben. Ich habe zu wenig Geld, keinen festen Job und meine Aufträge beschränken sich auf lokale Berichterstattung in Vororten der Großstadt in der ich lebe. Wenn ich noch einmal über ein Schützenfest berichten muss und warum „Rainer-Heinrich-Dieters“ Traum mit dem Erhalt der Schützenkönigskrone in Erfüllung gegangen ist, schreie ich. Wer wissen will ob ein Schützenkönig wirklich eine Krone trägt und wie ich versuche aus einem einfachen Termin eine Investigativrecherche zu gestalten push the button:

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