ich war lange nicht mehr so viel alleine, wie in den vergangenen sechs Wochen. früher habe ich bei jeder zeitlichen Lücke, die sich in meinem Tagesablauf ergeben hat meinen Freund angerufen. Wenn ich wusste ich habe abends nicht vor, war klar wir füllen unseren Abend mit gemeinsamen Aktivitäten, am Ende meistens auf dem Sofa kuschelnd, Serien schauend. Die Stille, die mich jetzt umgibt ist so laut als würde jemand in meiner Wohnung stehen und aus vollem Hals schreien. Ich würde mir gerne die Ohren zuhalten, aber anstatt dessen erstarre ich
ich habe verlernt alleine zu sein. so richtig alleine. nicht einfach das dazwischen, zwischen arbeit und verabredung. zwischen café trinken und sport machen und filmabend. das alleine ist nur ein vorübergehnder zustand. mein neues lautes allein sein ist anhaltend und schmerzhaft. es fühlt sich leicht neblig an und in der sommerhitze schwer wie blei.
ich bin manchmal wirklich alleine und an vielen stunden auch unter Menschen alleine, vermeintlich engen Freundinnen. während alle ihr leben leben beginnt meins sich neu aufzubauen, während ich mein altes Leben verlasse wie eine Baustelle auf einem Autobahnabschnitt, der nicht mehr gebraucht wird, weil eh niemand mehr in die Richtung fährt. vier Jahre Beziehung stehen wie vergessene Baukräne da, groß, unübersehbar aber nicht mehr zu gebrauchen, weil sie nichts mehr von a nach b transportieren müssen, mein erfülltes Berufsleben und eine möglich Zukunft liegen wie daneben und warten auf den nächsten schritt.
Mitnehmen darf ich eine neue Version von mir und wieder an einer neuen Stelle anfangen und da ist erstmak stille und es fühlt sich an wie ein gähnendes, nicht enden wollendes nichts, mein danach ich setzt sich stumm zu der stille und wartet bis sie leiser schreit.
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